Paradisea

paradisea versteht sich als intergenerationales Projekt, woraus ein Bildungsangebot durch die Partizipation und den Dialog zwischen Studierende und Lehrkräften geschafften werden soll. paradisea will die Leitidee einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft konkretisieren und hat die Botschaft: wir leben in einem Paradies, tragen wir Sorge dazu. Die vier Wände verlassen, um die Realität mit allen Sinnen wahrzunehmen, die kulturelle und natürliche Biodiversität erkunden, um sich in der Lebenswelt zu orientieren, Meinungen austauschen, um gemeinsam Werte zu klären, die Biodiversität als unabdingbare Lebensressource verstehen, um sie auch für zukünftige Generationen zu pflegen und zu erhalten. 


Initialwort

  • Das Wort Paradies stammt ursprünglich aus dem Altpersischenpairidaeza und bedeutet der umzäunte Garten, also einen vom Menschen gepflegter und gehegter Ort

  • Der Suffix para weist auf ein komplementäres lehrplanorientiertes Bildungsangebot, welches neben der schulischen Routine sowohl für Studierende als auch für Lehrkräften eine willkommene und hochwertige Abwechslung und Bereicherung bringen kann. 

  • Mit dem Begriff paradisea wird auf zwei gegensätzliche Wesen im Raum Mesolcina und Rheinwald hingewiesen: der Paradiesgletscher und die Paradieslilie. Nebst dem ähnlichen Namen tragen beide weiss. Aber in ihrer Erscheinung und Existenz könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Der einst mächtige Paradiesgletscher hat während der letzten Eiszeit die Landschaft südlich und nördlich des Passes San Bernardino geprägt, heute steht kurz vor dem Aus. Die zierliche Paradieslilie hingegen scheint in ihrer Existenz nicht bedroht zu sein, solange Menschen ihre Mähaktivitäten auf Magerwiesen nicht einstellen werden. Anhand dieser zwei Beispielen weist paradisea darauf hin, wie unterschiedlich die Wirkungen vom menschlichen Handeln auf die Umwelt sein können. Tatsachen konnten schon immer unterschiedlich gedeutet werden, heute geschieht dies sogar auf wissenschaftlicher Ebene. Mehr denn je bedarf es heute nach Austausch von Meinungen und nach Klärung von Werten, nach einer Kultur der Widersprüchlichkeit, nach einem Umgang mit Unsicherheiten. 

Chronik

Jahr 2016 – Erste Bachelorarbeit im Rahmen des «Bildungs- und Entwicklungsprojekt San Berardino» zum Thema Moore: Giorgia Savioni, Romina Gretner (2016). Scoprire i segreti delle torbiere del San Bernardino: itinerario didattico per la scuola elementare. 

 

  1. März 2021 – Ausgehend vom «Bildungs- und Entwicklungsprojekt San Berardino» wird paradisea und deren Interessengemeinschaft gegründet.

 

  1. Juni 2021 – Auf der Spur der Paradieslilien. Geführte Exkursion zu den Trockenwiesen und -weiden Suossa bei San Bernardino (Suossa – Objekt Nr. 9332 vom Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung).

Paradisea liliastrum in Suossa

5. – 6. August 2021 – Auf der Spur des Paradiesgletschers. Geführte Exkursion zur Zapporthütte, Überquerung der alpinen Schwemmebene des Hinterrheins – wo bis vor wenigen Jahrzehnten der Paradiesgletscher sich ausbreitete, Aufstieg zum Paradiesgletscher, Rückkehr nach Hinterrhein (Quellgebiet des Hinterrheins und Passo del San Bernardino – Objekt Nr. 1907 des Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler)