Paradisea ist ein intergenerationelles Bildungs- und Entwicklungsprojekt, das die nachhaltige Entwicklung südlich und nördlich des San-Bernardino-Passes aktiv mitgestaltet. Durch Dialog und Partizipation von Gemeinden, Hochschulen, Schulen sowie Kindern, Jugendlichen und lokalen Akteuren entstehen gemeinsame Lern- und Handlungsräume. Der Name geht auf das alpersische pairidaeza – „umzäunter Garten“ – zurück und steht sinnbildlich für einen Raum, den wir gemeinsam pflegen: ein Paradies, für das wir Verantwortung übernehmen.
Das Wort Paradies stammt ursprünglich aus dem Altpersischen pairidaeza und bedeutet Park, umzäunter Garten.
Das Wort Paradies stammt ursprünglich aus dem Altpersischen pairidaeza und bedeutet Park, umzäunter Garten. Demnach, einen vom Menschen gepflegter und gehegter Ort. Innerhalb des vorliegenden Bildungsprojektes weist der Suffix para auf ein komplementäres lehrplanorientiertes Bildungsangebot hin, welches eine willkommene und hochwertige Bereicherung sowie Abwechslung der schulischen Routine darstellt, sowohl für Studierende als auch für Lehrkräften.
Mit zwei weisslichen aber äusserst gegensätzlichen Wesen im Raum Mesolcina und Rheinwald weist paradisea auf verschiedene Wirkungen menschlicher Handlungen hin sowie deren unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten. Der einst mächtige Paradiesgletscher hat während der letzten Eiszeit die Landschaft südlich und nördlich des Passes San Bernardino geprägt und steht heute kurz vor dem Aus.
Die Definition und die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft bedürfen eine Kultur der Debatte und der Dialektik: die Diskussion von abweichenden Meinungen, Interessen und teilweise auch widersprüchlichen wissenschaftlichen Fakten und nicht zuletzt die Klärung der Werte einer sehr schnell wandelnden Gesellschaft.
Als Gebirgspass bezeichnet man die tiefste gangbare Stelle zwischen zwei Tälern. Der Pass San Berardino ist als solcher eine Grenze, die verbindet – durch die Kontakte und den Austausch, die er schafft und erleichtert – und gleichzeitig eine Grenze, welche Sprachen, Kulturen, Naturräume oder Flusseinzugsgebiete voneinander trennt. Auf dem Pass werden zwei Täler vereinigt, die sich in Sprache, Konfession und Ethnie unterscheiden, doch die alpine Kultur, die wirtschaftlichen Interessen (Transit) und die politische Zugehörigkeit zu Graubünden teilen.