Paradisea ist ein intergenerationelles Bildungs- und Entwicklungsprojekt, das die nachhaltige Entwicklung südlich und nördlich des San-Bernardino-Passes aktiv mitgestaltet. Durch Dialog und Partizipation von Gemeinden, Hochschulen, Schulen sowie Kindern, Jugendlichen und lokalen Akteuren entstehen gemeinsame Lern- und Handlungsräume. Der Name geht auf das alpersische pairidaeza – „umzäunter Garten“ – zurück und steht sinnbildlich für einen Raum, den wir gemeinsam pflegen: ein Paradies, für das wir Verantwortung übernehmen.
Das Wort Paradies geht auf das altpersische pairidaeza zurück und bezeichnet einen umhegten Garten – einen Ort, den Menschen gestalten, pflegen und bewahren. An diesem Gedanken knüpft Paradisea an: Wir wollen dazu beitragen, die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft südlich und nördlich des San-Bernardino-Passes nachhaltig zu erhalten und gemeinsam weiterzuentwickeln. Dabei verstehen wir Landschaft nicht nur als Lebensraum, sondern auch als gemeinsamen Erfahrungs-, Dialog- und Gestaltungsraum.
Unsere Botschaft ist einfach: Wir leben in einem Paradies. Tragen wir gemeinsam Sorge dazu.
Der Name Paradisea verbindet die Idee des Paradieses mit zwei prägenden Bildern aus dem Raum Rheinwald–Mesolcina: dem Paradiesgletscher und der Paradieslilie (Paradisea liliastrum). Diese machen zugleich die Gegensätze und die Verletzlichkeit dieser alpinen Landschaft sichtbar.
Der einst mächtige Gletscher hat die Landschaft südlich und nördlich des San-Bernardino-Passes über Jahrtausende geprägt und schwindet heute infolge des Klimawandels.
Mit zwei weisslichen aber äusserst gegensätzlichen Wesen im Raum Mesolcina und Rheinwald weist paradisea auf verschiedene Wirkungen menschlicher Handlungen hin sowie deren unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten. Der einst mächtige Paradiesgletscher hat während der letzten Eiszeit die Landschaft südlich und nördlich des Passes San Bernardino geprägt und steht heute kurz vor dem Aus.
Die filigrane Paradieslilie hingegen steht für die Schönheit und Vielfalt der alpinen Lebensräume, aber ebenso für deren Abhängigkeit von intakten ökologischen Bedingungen. Ihre Existenz scheint nicht bedroht zu sein, solange Menschen ihre Mähaktivitäten auf subalpine Magerwiesen nicht einstellen werden.
Paradisea verbindet diese beiden Bilder zu einer gemeinsamen Botschaft:
Wir wollen die Landschaft erleben, verstehen, wertschätzen und gemeinsam verantwortungsvoll mitgestalten.
Die Definition und die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft bedürfen eine Kultur der Debatte und der Dialektik: die Diskussion von abweichenden Meinungen, Interessen und teilweise auch widersprüchlichen wissenschaftlichen Fakten und nicht zuletzt die Klärung der Werte einer sehr schnell wandelnden Gesellschaft.
Als Gebirgspass bezeichnet man die tiefste gangbare Stelle zwischen zwei Tälern. Der Pass San Berardino ist als solcher eine Grenze, die verbindet – durch die Kontakte und den Austausch, die er schafft und erleichtert – und gleichzeitig eine Grenze, welche Sprachen, Kulturen, Naturräume oder Flusseinzugsgebiete voneinander trennt. Auf dem Pass werden zwei Täler vereinigt, die sich in Sprache, Konfession und Ethnie unterscheiden, doch die alpine Kultur, die wirtschaftlichen Interessen (Transit) und die politische Zugehörigkeit zu Graubünden teilen.